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Das Signa-Netzwerk, das Firmengeflecht und die Falcon Bank

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SIGNA Prime - KaDeWe Berlin - Foto pixabay
SIGNA Prime - KaDeWe Berlin - Foto pixabay

SIGNA Prime – KaDeWe Berlin – Foto pixabay

SIGNA Prime erhöht Eigenkapital um eine Milliarde Euro

Zum Portfolio der SIGNA Prime Selection AG („Signa Prime“) zählt das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in Berlin, das Goldene Quartier in Wien mit dem Park Hyatt Vienna oder auch das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck. „Mehrheitsaktionäre der SIGNA Prime Selection AG sind die SIGNA Holding gemeinsam mit dem SIGNA Gründungs- und Hauptgesellschafter, der Familie Benko Privatstiftung, welche zusammen derzeit über 60 % der ausgegebenen Aktien halten.“ Nun treten drei neue Investoren dem Aktionärskreis bei, namentlich die RAG Stiftung aus Essen, dem LVM Versicherungskonzern aus Münster und mit Longbow aus Genf. Das Unternehmen sieht sich selbst als „einer der bedeutendsten Immobiliendeveloper in Europa“. (Signa.at).

Signa Holding GmbH – mächtiges Firmen-Netzwerk

Nach einer ersten Sichtung des Firmengeflechts, zählt man mehr als 200 Beteiligungen. Über den Aufstieg des Unternehmens hat Fass ohne Boden bereits berichtet (René Benko und seine „Freunde“). Wirtschaftlicher Eigentümer der SIGNA Holding GmbH ist die Familie Benko Privatstiftung, die zugleich als Gesellschafter 55% der Anteile hat (Abruf 08.10.2017). Weitere drei Gesellschafter sind laut Firmenbuch (Abruf 08.10.2017) ARP Seventeen GmbH (Anteil: 34,9 %), Ernst Tanner (Anteil: 10 %) und ENTRA drei GmbH & Co KG (Anteil: 0,1 %).

Promintester Aufsichtsrat der Unternehmensgruppe: Alfred Gusenbauer

Wer einen längeren Einblick in die Firmenbücher des Signa-Firmennetzwerks macht, findet den ehemaligen SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer als Aufsichtsratschef. Und zwar mehrmals: In der SIGNA Prime Selection AG (seit 2010), der SIGNA Development Selection AG (seit 2015) und in der SIGNA KidINVEST Development AG (seit 2017).

Bohrt man noch tiefer, beispielsweise in der eben erwähnte SIGNA Prime, findet man die Namen Karl Stoss und Susanne Riess. Susanne Riess ist bekannt als Vizekanzlerin von Österreich.

Die SIGNA Prime hat eine Vielzahl an prominenten Aktionären (Ex-Porschechef Wendelin Wiedeking, Haselsteiner Familien-Privatstiftung, Lauda Privatstiftung) und die Falcon Privat Bank AG. Die Anteile der Aktionäre im Detail (Auszug, Abruf 8.10.2017):

  • Devario Invest GmbH (Anteil: 10 %)
  • ENTRA drei GmbH & Co KG (Anteil: 4,03 %)
  • Eugster/Frismag AG (Anteil: 3,27 %)
  • Haselsteiner Familien-Privatstiftung (Anteil: 5 %)
  • Icarus Invest Anstalt (Anteil: 2,41 %)
  • Novo Invest GmbH (Anteil: 2 %)
  • Privatstiftung Lauda (Anteil: 0,83 %)
  • SIGNA Holding GmbH (Anteil: 9,77 %)
  • SIGNA Mitarbeiterbeteiligungs GmbH (Anteil: 0,62 %)
  • SIGNA Prime Holding GmbH (Anteil: 40,38 %)
  • Wiedeking Wendelin (Anteil: 2,71 %)
  • Falcon Private Bank AG (Anteil: 15,77 %)

Über den Einfluss der Falcon Private Bank AG

Bei der Falcon Private Bank AG handelt es sich um eine Schweizer Privatbank mit Sitz in Zürich. Das Unternehmen war laut Firmenbuch an der Signa Holding GmbH von Juli 2015 bis Dezember 2016 beteiligt.

Im letzten Jahr hat Benko die Falcon Bank wieder aus der Holding herausgekauft, jedoch nicht aus der kompletten Signa-Group. Das Institut war in die Schlagzeilen geraten, weil es wegen Geldwäsche von der schweizerischen Aufsichtsbehörde Finma bestraft worden war (Manager Magazin, 18.11.2016).

Geschichtlicher Auszug über die Falcon Bank

Bereits 2012 titelte Format (07.12.2012) „René Benkos Spin Doctor“ und arbeitete die Hintergründe der Falcon Bank als Geldgeber aus. „Und auch der neueste Geldgeber, die Schweizer Falcon Private Bank, hinter der der Staatsfonds aus Abu Dhabi steckt, dürfte kürzlich über Vermittlung von Harti Weirather – offenbar eine Art Spin Doctor für Benkos Kontakte – seinen Weg zur Signa gefunden haben. Ein Blick auf die Kundenliste von Weirathers Marketing-Firma WWP (siehe links) zeigt nämlich, dass sowohl die Falcon-Bank als auch der Staatsfonds Aabar zu seinen langjährigen Kunden zählen.“

Am 25.09.2015 ging die österreichische Wochenzeitschrift Format auf die „Signa-Neuordnung“ ein: „Die Falcon Private Bank und Ernst Tanner – langjährige Aktionäre der Signa Prime – haben sich nun auch an der obersten Signa-Konzern-Holding des Tirolers René Benko beteiligt. Falcon hält nun auch 24,9 Prozent der Anteile an der Signa Holding GmbH, der Schweizer Ernst Tanner zehn Prozent. Den Rest, 65,1 Prozent, hält die Familie Benko Privatstiftung. Hinter Falcon steht der Staatsfonds von Abu Dhabi.“ Für Leserinnen und Leser, die Ernst Tanner aus der Schweiz nicht kennen: Laut „Die 300 Reichsten 2016“ wird sein Vermögen (Stand 2016) auf ca. 275 Mio. Franken geschätzt.

Die OÖ Nachrichten wiederum beschriebe Zusammenhänge in dem Artikel „Ex-Aufsichtsrat von OMV und Borealis verhaftet“. Der Artikel widmet sich Khadem al Qubaisi und dem Vorwurf von „Korruption und Geldwäsche“. “Als Chef des OMV-Kernaktionärs Ipic war Qubaisi bis 2012 Vize-Aufsichtsratschef von Österreichs größtem Industrieunternehmen. Bis zu seiner abrupten Ablöse als Ipic-Chef im Mai 2015 war er damit der Verhandlungspartner für die österreichischen Finanzminister. Von 2010 bis 2015 war er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Borealis. Zudem war der 44-Jährige Verwaltungsratspräsident der Schweizer Falcon Private Bank. Das Schweizer Bankhaus ist der zweitgrößte Aktionär in der Holding des Tiroler Immobilieninvestors Rene Benko.“

Ausblick

In den kommenden Wochen wird der Versuch unternommen, dass Firmen-Netzwerk mit einem Datentool visuell darzustellen. Fass ohne Boden bleibt dran und wird weiter recherchieren.

 

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Grüner PR-Coup floppt vor der russischen Botschaft

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Grüner PR-Coup ging vor der russischen Botschaft in die Hose

Wie weit darf man in einem Landeswahlkampf gehen?

Die Landeschefin Helga Krismer der Grünen Niederösterreich wollte am Dienstag, 12. Dezember vormittags, den russischen Botschafter in Wien treffen, um mit ihm „über einen Vorfall“ im Atomreaktor Majak im Oktober zu sprechen: „Leider öffnete uns niemand die Türe. Ich werde den Botschafter jetzt schriftlich mit den [sic!] Berichterstattung in Schweizer Medien über das AKW Majak in Russland befragen. Im Sinne einer guten Beziehung hoffe ich auf ein Gespräch.“ (ots.at)

Was aber aus der Aussendung nicht hervorgeht: Zwei Personen waren verkleidet. Fass ohne Boden hat nachgefasst.

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Das österreichische Politikum Glyphosat

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Glyphosat in Österreich

Glyphosathaltige Produkte gelten als Totalherbizid. Das prominenteste dieser Cocktails, meist aus Isopropylaminsalz von Glyphosat und Pelargonsäure, heißt Roundup und kommt aus dem Hause Monsanto. Dieses Paket kann alles und wird auch so eingesetzt. Nein, nicht nur vom Felder beackernden Landwirt oder dem suburbanen oder innerstädtischen Schrebergärtner, auch von besorgten Politikern. Vom Landwirt könnte man Besorgnis annehmen, beim Kleingärtner vermuten. Beim Volksvertreter wäre Skepsis durchaus angebracht. Die universelle Einsetzbarkeit von Glyphosat ist längst auf der politischen Bühne angekommen. Doch – eine endliche Geschichte.

Glyphosat in Kärnten und Oberösterreich

Das aktuell lauteste aller Bundesländer ist Kärnten. Es gehört mit Vorarlberg und Wien zu den “roten” Bundesländern. Doch halt, auch die ÖVP steht hinter einem generellen Verbot für ganz Kärnten. Die FPÖ vermutet hinter dem spontanen Sinneswandel einiger Landespolitiker die bevorstehenden Landtagswahlen im Frühjahr 2018.

Und Greenpeace setzt noch nach und fordert, was beide Parteien ohnehin fordern: Ein Glyphosatverbot für das ganze Bundesland. “Darum streben wir weiterhin konsequent ein dreijähriges Verbot des Unkrautvernichtungsmittels an.” zeigen sich SPÖ-Landesparteivorsitzender Landeshauptmann Peter Kaiser und SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser erfreut über die Zustimmung der anderen Parteien. Mit dem Beschluss vom 7. Dezember wurde das Verbot in Gang gesetzt. Warum nur drei Jahre bleibt offen. Vorerst. VP-Klubomann Ferdinand Hueter beteuerte in einer Aussendung Anfang Dezember, dass die Kärntner Landwirte gar nicht die Hauptverwender von Glyphosat sind: “Von der Gesamtmenge Glyphosat in Kärnten kommen lediglich 15 Prozent in der Land- und Fortwirtschaft zur Anwendung.” Hueter vermutet, dass “die Verwendung ohne Kontrolle und zu allen Jahreszeiten entlang von Schienen und Straßen, in privaten Gärten und öffentlichen Parkanlagen erfolgt”, und fordert nach dem Vorbild Oberösterreich einen Sachkundenachweis: “In Oberösterreich dürfen Private Glyphosat nur kaufen, wenn sie einen Sachkundenachweis haben. Das heißt, sie müssen für die Verwendung einen Kurs machen, so wie das auch in der Landwirtschaft bereits üblich ist.” Und trotzdem. Verbieten. Landesweit.

Asfinag und Öbb kommen (fast) ohne Glyphosat aus

ASFINAG und ÖBB kommen (fast) ohne Glyphosat aus – Wolfgang Josef Caha

Einsatz von Glyphosat bei Schienen und Strassen

Auf Anfrage von Fass ohne Boden erklärte die ÖBB durchaus verständlich, aus “Sicherheitsgründen Bewuchs von den Gleisanlagen fernhalten zu müssen.” 2017 haben die ÖBB 5,5 Tonnen Glyphosat verwendet, das sind unter zwei Prozent der Gesamtmenge in Österreich – Tendenz weiter sinkend:

“Wir verwenden das Mittel punktuell auf unseren Bahngleisen, um einen sicheren Bahnbetrieb zu gewährleisten. Seit 2005 konnten so etwa 75 Prozent der ursprünglich eingesetzten Menge Herbizid eingespart werden.”, so die ÖBB.

Die ASFINAG wiederum verzichtet seit 2015 gänzlich auf den Einsatz von Glyphosat oder ähnlicher Pestizide: “Die Alternative ist, Unkraut und Bewuchs manuell, das bedeutet aufwändiger, durch den Streckendienst zu entfernen.” Diese Freiwilligkeit, auf Glyphosat zu verzichten, lobte in seinem Segment Landwirtschaft, FPÖ-EU-Abgeordneter Georg Mayer: „Diesem mutigen und richtigen Schritt vor allem für unsere Konsumenten muss sich auch die Politik anschließen”, sagte Mayer in Zusammenhang mit der Ankündigung der zuliefernden Milchbauern von Schärdinger, Tirol Milch und den Stainzer Milchbauern, die das umstrittene Totalherbizid nicht mehr verwenden werden.

Glyphosat in Österreich

Glyphosat in Österreich. Foto WJC

Greenpeace: “Stoppen wir Glyphosat”

Greenpeace startete im Frühjahr 2017 eine österreichweite Aktion, die bisher 539 der 2100 Gemeinden dazu bewegen konnten, in Zukunft auf den Einsatz von Glyphosat gänzlich zu verzichten. Mit einer Petition fordert Greenpeace ein Sofortverbot:

“Nutzung von Glyphosat im öffentlichen Raum und für private Zwecke, einen Plan für einen schrittweisen Ausstieg aus Glyphosat bis zum Totalverbot für alle Bereiche spätestens 2020 und Unterstützung für LandwirtInnen im Übergang zu einer nachhaltigen Landwirtschaft ohne Herbizide.”

Da Wien, laut Greenpeace, erst teilweise auf Glyphosate verzichtet, forderte der Grünpolitiker Rüdiger Maresch das totale Verbot für die Bundeshauptstadt. Bundeskanzler Kern hingegen gleich für ganz Österreich, was er am 4. Dezember in einer Regierungsvorlage an die ÖVP übermittelte. Nur wenige Stunden später forderte die Junge Generation in der SPÖ, bezüglich der Regierungsvorlage, von Sebastian Kurz rasch zu handeln, denn “… alles andere wäre ein Kniefall vor den Großkonzernen.” Mehr Zeit für eine Entscheidung, nur wenige Tage später, forderte auch die SPÖ Niederösterreich die ÖVP auf Bundesebene auf, dieser Regierungsvorlage zuzustimmen: “… die Gesundheit der Menschen steht über den Interessen von Konzernen wie Monsanto!” Nein, eine inhaltliche Ähnlichkeit ist ebenso reiner Zufall, wie die Provenienz der Verfasser: Beide kommen aus Niederösterreich.

Die universelle Einsetzbarkeit von Glyphosat ist längst auf der politischen Bühne angekommen

Und verbreitet offenbar Hektik. Die gegenseitigen Forderung nehmen in ihrer Frequenz zu. Liegt es an den laufenden Koalitionsverhandlungen? An der alten Regierung? Oder schon an der neuen? An den Landtagswahlen in 2018?

Unberührt von den bevorstehenden politischen Ereignissen ist die IPG, Industrie Gruppe Pflanzenschutz, alles andere als angetan von den Aktivitäten von Greenpeace und titelt in einer Presseaussendung:

“Kampagne ist unehrlich, folgt unlauteren Motiven und Behauptungen sind fernab von der landwirtschaftlichen Realität.”

Mitstreiter auf dem NGO-Parkett Global 2000 brachte eine Anzeige gegen die EU-Behörden ein, die an der Zulassung von Glyphosphat beteiligt waren. Worauf die IGP wiederum harsch reagierte.

Glyphosat, AGES, Baumärkte und Nahversorger auf dem Land

Wie Fass ohne Boden bereits berichtete, ist nicht einmal das für Gesundheit zuständige Bundesministerium und deren eigene Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit einig, was denn nun an Glyphosat gut oder böse ist. Abgesehen von professionellen Anwendern, bleibt die ebenso unüberschaubar wie unberechenbare Menge an privaten Kleingärtnern und Hausbesitzern mit Garten, die für sich selbst die Entscheidung treffen müssen: Glyphosat gut, oder nicht gut. Diese Konsumentengruppe bleibt die Grauzone, welche die Umwelt vergiften – oder auch nicht.

Sie besteht aus Hobbygärtnern und Hausfrauen, die beispielsweise ihre betonbepflasterte Garageneinfahrt ungrün halten möchten und für Girsch zwischen ihren Paradeisern nur Verachtung haben. Diese Gruppe könnte (sic: könnte!) zu Roundup greifen und unbelehrt heiter drauf lossprühen. Ein bundesweites Verbot würde auch den Handel, Garten- und Baumärkte, betreffen. Doch hier ist der derzeitige Status, dass einige Baumärkte bereits jetzt schon glyphosathaltige Produkte, wie Roundup, aus den Regalen verbannt haben.

Bei Hornbach zum Beispiel sind schon seit März 2016 keine Pflanzenschutzmittel mit dem Herbizid Glyphosat erhältlich. ebenso Neonicotinoide und mit bienengefährdenden Wirkstoffen. Ebenso bei OBI oder im Bauhaus, auch nicht in Garten-Fachmärkten wie Bellaflora oder Dehner.

Die Raiffeisen Lagerhäuser (RWA) sind da ganz anderer Meinung und antworteten auf eine Anfrage von Fass ohne Boden: “Glyphosat ist ein essenzieller Wirkstoff für Resistenzmanagement, Unkrautbekämpfung und bodenschonende Anbaumethoden und wurde soeben auf europäischer Ebene für weitere fünf Jahre für die sachgemäße Anwendung zugelassen. Die EU-Behörden haben damit festgestellt, dass für Anwender und Konsumenten kein Risiko bestehe.”

Diese Beantwortung schloss RWA mit der Empfehlung, weitere Informationen bei der IGP einzuholen. Wo sonst? Na gut. Bleibt immer noch der Online-Markt. Und hier kann der Glyphosat-Fan mehr bestellen als Unkraut je seine Schrebergartenhütte überwuchern könnte. Auf Ebay gibt es sogar originales Monsanto Roundup zum Sonderpreis. Mit Warnhinweis auf polnisch, weil Re-Import.

Fazit

Aber was kann man erwarten um den Preis? Soll da noch jemand erklären wie man es richtig anwenden sollte?

Glyphosat bei ebay

Glyphosat bei ebay – Screenshot ebay

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9. Dezember ist Antikorruptionstag: Eine Frage der Ethik

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9. Dezember ist Antikorruptionstag

„Anlässlich der Unterzeichnung der UN-Konvention erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 9. Dezember zum weltweiten Antikorruptionstag.“

Antikorruptionstag in Österreich

Österreich besitzt zwei spezialisierte Behörden, die Korruption bekämpfen: Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft und das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung. Damit Beamte auf Korruption und Korruptionsbekämpfung sensibilisiert werden, hat die Stadt Wien ein Buch herausgeben: „Eine Frage der Ethik – Handbuch zur Korruptionsprävention”

Eine Frage der Ethik – Handbuch zur Korruptionsprävention

Dieses Werk entspricht den Standards des österreichischen Verhaltenskodex für den öffentlichen Dienst. Was grundsätzlich nicht so bekannt ist: Seit 1.11.2011 ist die Stadt Wien Mitglied bei Transparency International – Austrian Chapter. Die Mitgliedschaft beim Verein mit Fokus auf Korruptionsbekämpfung kostet jährlich 5.000 EUR. Die jährliche Erhöhung des Mitgliedsbeitrags darf bis zu 10 % jährlich ausmachen. „Eine Frage der Ehtik“ ist unter anderem aus der Kooperation von der Stadt Wien und Transparency International – Austrian Chapter entstanden. (siehe auch Diskussion und Abstimmung im Wiener Gemeinderat wien.gv.at)

Fallbeispiele mit einem Lösungsansatz

Fallbeispiel
„Ihre Freundin/Bekannte hat einen Auftrag der Gemeinde erhalten/einen Antrag auf eine behördliche Bewilligung gestellt. Zufällig sind Sie mit der Kontrolle der Leistung/Abwicklung des Verwaltungsverfahrens befasst.“

Lösung
„Vorsicht Befangenheit! Wenn Sie Ihrer Freundin/Bekannten hier gefällig sind, riskieren Sie zusätzlich Untreue oder Amtsmissbrauch.“

Risiko-Selbsttest für Korruption

Beamte der Stadt Wien sollten auf jeden Fall sich die Seiten  30 und 31 genau ansehen: Da findet man einen Risiko-Selbsttest. „Mit Hilfe des Risiko-Selbsttests können MitarbeiterInnen und Dienststellen überlegen, ob in ihrer Organisation bestimmte Gefahrenmomente lauern“, so ein Kommentar zum Risiko-Selbsttest.

Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Beamte der Stadt Wien sich dieses Standardwerk verinnerlichen, um in Zukunft solche Schlagzeilen zu vermeiden: „Wiener Wohnen: Verdacht der Bestechlichkeit bei 32 Mitarbeitern.

9. Dezember ist Antikorruptionstag - Eine Frage der Ethik

9. Dezember ist Antikorruptionstag – Eine Frage der Ethik

Weitere Informationen zum Antikorruptionstag

Wortbegriff Korruption

lateinisch: corruptio – Bestechung, Bestechlichkeit, moralischer Verfall, corrumpere – bestechen, verderben. Korruption ist der Missbrauch einer Vertrauensstellung in einer Funktion in Wirtschaft, Verwaltung oder Politik, um einen ungerechtfertigten Vorteil zu erlangen.

Was ist Korruption?

„Korruption ist ein moralisch abzulehnendes, vielfach auf persönlichen Vorteil gerichtetes Verhalten zum Schaden von Personen oder der Allgemeinheit. Kennzeichnend ist der Missbrauch einer öffentlichen oder vergleichbaren wirtschaftlichen Funktion, der Gesetze oder andere Verhaltensnormen verletzt. Korruption schädigt das Ansehen des öffentlichen Dienstes und der Wirtschaft. Je nach Verbreitung und Duldung bewirkt sie den Verfall der anerkannten Wertmaßstäbe der Gesellschaft.“

Antikorruptionstelefon und Helpline

Das Antikorruptionsteam der Internen Revision über Korruptionsprävention und ethische Verwaltung ist Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr und Freitag von 9 bis 16 Uhr erreichbar.

Telefon: (+43 1) 4000 82400

E-Mail: antikorruption@mdpr.wien.gv.at

Download: Stadt Wien – Ein Frage der Ethik

Eine Frage der Ethik - Handbuch zur Korruptionsprävention (11 Downloads)

Weiterführende Literatur

  • Bundeskanzleramt: Die VerANTWORTung liegt bei mir, Verhaltenskodex zur Korruptionsprävention, 2012
  • Bundesministerium für Justiz: Korruptionsstrafrecht neu – Fibel zum Korruptionsstrafrechts­änderungsgesetz 2012, 2013
  • Ecker: Prüfungsleitfaden zur Prüfung von Antikorruptionsmaßnahmen, 2013
  • Edelbacher/Felsenreich/Kriechbaum: Der korrupte Mensch, 2012
  • Fellmann/Klug: Vademecum der Korruptionsbekämpfung, 2008
  • Höcher/Komenda: Spezialfragen des Korruptionsstrafrechtsänderungsgesetzes 2012, ecolex 2012
  • Institut für Interne Revision Österreich: Das Interne Kontrollsystem aus der Sicht der Internen Revision, 2009
  • Jauernig: Auf dem Weg zum Ethikmanagement, in Perspektiven, 2/2004
  • Jauernig/Gmeiner: Länderstandards zur Korruptionsprävention, in Wieselthaler, Korruptionsprävention, 2015
  • Kreutner: The Corruption Monster, Ethik, Politik und Korruption, 2006
  • Kucsko-Stadlmayer: Das Disziplinarrecht der Beamten, 2010
  • Marek/Jerabek: Korruption und Amtsmissbrauch, 2014
  • Marek/Jerabek/Marek: Korruption hat im Sport keinen Platz!, 2014
  • Odenthal, Korruption und Mitarbeiterkriminalität: Wirtschaftskriminalität vorbeugen, erkennenund aufdecken, 2009
  • Rath/Enengl, Dienstrecht und Personal, in Holoubek/Madner/Pauer, Recht und Verwaltung,
  • 2014
  • Rath/Hutterer, Dienst- und Besoldungsrecht der Wiener Gemeindebediensteten, 2014
  • Reindl-Krauskopf/Huber, Korruptionsstrafrecht in Fällen, 2014
  • Stierle/Siller, Praxishandbuch Korruptionscontrolling, 2015
  • Transparency International Austrian Chapter, Das ABC der Antikorruption, 2013
  • Vahlenkamp/Knauß, Korruption – hinnehmen oder handeln?, 1997
  • Wieselthaler, Korruptionsprävention in Theorie und Praxis, 2015

Stadt Wien Links

www.antikorruption.wien.at · Antikorruption auf wien.at

www.antikorruptionstelefon.wien.at · Helpline des Antikorruptionsteams der Internen Revision

www.intern.magwien.gv.at/antikorruption · Antikorruption in Wien intern

www.nachhaltigkeit.wienerstadtwerke.at · Compliance der Wiener Stadtwerke

www.wien.at/recht · Wiener Rechtsinformationen

www.stadtrechnungshof.wien.at · Stadtrechnungshof Wien

www.wien.at/verwaltung/internerevision · Interne Revision der Stadt Wien

Österreich

www.bak.gv.at · Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung, BMI

www.justiz.gv.at · Bundesministerium für Justiz – Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft

www.kontrolle.gv.at · Öffentliche Kontrolle in Österreich

www.oeffentlicherdienst.gv.at · Verhaltenskodex zur Korruptionsprävention

www.rechnungshof.gv.at · Österreichischer Rechnungshof – Verhaltenskodex – Korruptionsbekämpfung

www.ris.bka.gv.at · Rechtsinformationssystem der Republik Österreich

www.staedtebund.gv.at · Österreichischer Städtebund – Services – Tools – Wohlverhaltenskodex

www.ti-austria.at · Transparency International Österreich

International

www.coe.int · Europarat – Staatengruppe gegen Korruption

www.epac.at · European Partners Against Corruption

www.oecd.org/corruption · Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

www.transparency.org · Transparency International

www.unodc.org · Vereinte Nationen – Office on Drugs and Crime – Corruption

www.worldbank.org · Weltbank – Anticorruption

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