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ORF Mitarbeiter und Grünen-Aktivisten organisieren Weihnachtsmarkt Spittelberg

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Weihnachtsmarkt Spittelberg
Weihnachtsmarkt Spittelberg

Weihnachtsmarkt Spittelberg – Eingangstür vom Vereinslokal

Weihnachtsmarkt Spittelberg mit grüner Duftnote

ORF-Grande und Mitbegründer der Partei “Die Grünen – Die Grüne Alternative” Pius Strobl sowie seine Frau, die ORF-Redakteurin von „Guten Morgen Österreich“, engagieren sich im Vorstand des Vereins „Kulturverein Forum Spittelberg“. Mit einem geschätzten Umsatz von einer halben Million Euro pro Jahr richtet der Verein seit über 20 Jahren den Weihnachtsmarkt am Spittelberg im 7. Bezirk aus.

Zweck des Kulturvereins Forum Spittelberg

Der Kulturverein Forum Spittelberg, der nicht auf Gewinn gerichtet ist, möchte primär den öffentlichen Raum im Grätzel Spittelberg beleben. Als Zweck ist dem Vereinsstatuten zu entnehmen: „Die Vorbereitung, behördliche Abwicklung, Organisation und Durchführung von verschiedenen Märkten, die Mitveranstaltung und Teilnahme an vergleichbaren Veranstaltungen im Grätzel Spittelberg.“, „Die Förderung diverser kultureller Aktivitäten.“ sowie „Die Herstellung des Interessensausgleiches zwischen Anrainern, ansässigen Gewerbebetrieben und Marktteilnehmern im Grätzel Spittelberg.“
Die Zusammenarbeit mit Anrainern dürfte aber mehr als schlecht funktionieren, da beispielsweise ein Anrainer die Zusammenarbeit in der Spittelberggasse wie folgt beschreibt:

„Niemand ist zufrieden. Es gleicht einer Diktatur. Es ist die Verstrickung von Politik und Wirtschaft.“

Protagonisten vom Kulturverein Forum Spittelberg

Obmann des Vereins ist das grüne Urgestein Pius Strobl, Mastermind von ORF-Direktor Alexander Wrabetz. Als Schriftführerin steht seine Frau, die ORF Moderatorin Eva Pölzl zur Seite. Den Statuten des Vereins ist zu entnehmen, dass die Schriftführerin den Obmann des Vereins bei der Führung des Vereins zu unterstützen hat. Als Kassier des Vereins fungiert Karl L., der Gesellschafter vom XXXXXXXXX im XXX XXXXX XXXXXXXXXX ist. Darüber hinaus ist L. Geschäftsführer von XXXX XXXXXXXXX XXXX (Burggasse 23), XXXX XXXX XXXXXXXXXX (Schrankgasse 4) und XXXX XXXXXX GmbH, besser bekannt auch als XXXXXXXXXXX XXX XXXXX.

Dem Verein steht ein Sekretär zur Seite, der „für die Abwicklung der laufenden Geschäfte des Vereins gemäß den Weisungen des Vorstandes verantwortlich“ ist. Als Organisator vom Weihnachtsmarkt Spittelberg fungiert Michael Schmid. Dem Vereinsstatut nach lautet die Bezeichnung für diese Funktion Sekretär, er selbst lässt sich lieber als Organisator bezeichnen. Bei der Besichtigung des Vereins in der Spittelberggasse stellte Anahi Vanghelof sich als Kollegin von Schmid, der auch der Obmann der Grünen Bildungswerkstatt Wien, vor.

Ca. 500.000 EUR Umsatz und keine Transparenz bei Einnahmen

Mehr als 100 Aussteller, die ihre Produkte anbieten, ermöglichen erst die stimmungsvolle Atmosphäre am „Weihnachtsmarkt am Spittelberg“. Seit 26 Jahren zieht der Markt mittlerweile 500.000 Menschen pro Jahr an. Laut Michael Schmid, der auch als PR-Verantwortlicher für ein Interview zur Verfügung stand, betont während des Telefongesprächs mit Fass ohne Boden die Relevanz und die wirtschaftliche Bedeutung des Weihnachtsmarktes. Im Durchschnitt kann man mit 20 bis 30 EUR Ausgaben pro Besucher rechnen. Aber nicht nur für die Unternehmer dürfte eine Stand lukrativ sein, auch für den Verein selbst.

Konkret wurden für das Jahr 2016 145 Stände am Spittelberger Weihnachtsmarkt vergeben. Die Standbasisgebühr beträgt 690 bzw. 1010 EUR. Je nachdem, ob ein Unternehmer als Kunsthandwerker oder Händler einen Stand mietet, ist dem Verein 3.323,64 – 3.866,40 EUR pro Stand für ca. sechs Wochen zu entrichten (siehe Rechenbeispiele auf der Webseite).

Bei einem Durchschnittswert von 3595,02 EUR macht dies bei 145 Ständen einen vermuteten Umsatz von 521.277,90 EUR, sprich eine halbe Million Euro.

Laut Schmid fließt ein wesentlicher Betrag der Einnahmen in das Kinderprogramm: „Das Kinderprogramm muss gratis sein.“ Schmid betont, dass kein Geld für Inserate ausgegeben wird. Inserate, die man dennoch sieht, „sind Ergebnisse von unbarer oder non pekuniärer Kooperationen.“ Als Partner für Printmedien steht dem Verein der Kurier zur Verfügung. Auf die Frage, wie viel der Verein umsetzt, antwortete Schmid: „Das ist nicht öffentlich.“

ORF und die Familie Strobl

2006 war Strobl als grüner ORF-Stiftungsrat an der Wahl von Alexander Wrabetz zum ORF-Generaldirektor maßgeblich beteiligt. Anschließend wurde er zum Kommunikationschef des Unternehmens bestellt und musste 2010 nach einer „Abhöraffäre“ zurücktreten. „Nach dem Wirbel um abgehörte Gespräche am Rande einer Sitzung des ORF-Stiftungsrates musste Strobl 2010 den ORF formal verlassen“ (Profil.at, Gernot Bauer). Seitdem arbeitet Strobl auf Konsulentenbasis wiederkehrend für den ORF. Seit vergangenem Jahr fungiert der „Spezial-Vertraute“ als Konzernsicherheitsbeauftragter des ORF.
Wie aus dem Fass ohne Boden vorliegenden „Xxxxxxxxxxxxx“ xxxxxxxxxx, xxxxx Xxx Xxxxx-Xxxxx xxx Xxxxxx Xxxxxxx xxx X. Xxxx XXXX xxx xxx „Xxxxxxxx xxx Xxxxxxx „Xxxxx Xxxxx Xxxxxxxxx“ xxxxxxxxxx.*)

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Tara Marth, Tochter von Pius Strobl, war mehrfach für den ORF bereits tätig, beispielsweise 11 Monate für den Eurovision Song Contest. Pikantes Detail am Rande: Vater Strobl hat den Song Contest für den ORF organisiert.

p+s consulting & communications GmbH

Neben dem Verein und der Ehe, verbindet Pius Strobl und Eva-Gertraud Pölzl auch das gemeinsame Unternehmen, die p+s consulting & communications GmbH, wo er als Geschäftsführer (Anteil: 24 %) und sie als Prokuristin (Anteil: 76 %) agiert. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet, sprich wenige Monate nach der „Abhöraffäre“. 2015 schrieb das Unternehmen eine Bilanzsumme von 154.391,83 EUR und einen Bilanzgewinn von 66.489,71 EUR.

Politische Nähe, Einflussnahme und fehlende Transparenz

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Erstaunlich war auch beim Augenschein, dass eine Vielzahl der Unternehmer sich nicht namentlich zum Weihnachtsmarkt äußern möchte. In Summe erscheint das Gesamtbild sehr intransparent. Beispielsweise auf die Frage nach der genauen Anzahl der Vereinsmitglieder war dies vom Organisator des Weihnachtsmarktes nicht zu erfahren, da schlicht weg die Frage mit „Weiß ich nicht“ beantwortet wurde.

Das verantwortliche Magistrat, die MA 59 (Marktamt Marktservice & Lebensmittelsicherheit), stand für ein Interview mit Fass ohne Boden, um Details über den Vertrag vom Spittelberg mit dem Kulturverein zu besprechen, nicht zur Verfügung. Die Magistratsbeamte berief sich auf den Datenschutz, man dürfe keine Informationen vom Bescheid bekannt geben.

Laut Schmid erlaubt der Bescheid im heurigen Jahr 150 Plätze, die als Stände vergeben werden dürfen. Davon können 16 Stände als Punschstände genutzt werden. Zwar erfolgt die Vergabe der Marktfläche jedes Jahr neu, dennoch erhält der Verein seit 26 Jahren den Zuschlag. Über die Kosten der Marktfläche wird von sämtlichen Protagonisten geschwiegen. Aus den Kreisen der Unternehmer im Grätzel wurde eine kleine fünfstellige Summe genannt.

*) Aufgrund eines rechtskräftigen Urteils mussten Passagen aus dem Artikel anonymisiert werden.

 

Follow-Up-Story: Das Geschäft mit dem Punsch am Spittelberg

Das Geschäft mit dem Punsch am Spittelberg

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Digitaler Blattmacher und Chefredakteur.

6 Comments

6 Comments

  1. Andrea

    25. November 2016 at 12:06

    Unglaublich, dass das Magistrat sich bei der Weigerung, ein INterview zu geben, auf den Datenschutz beruft. Ein klassischer Kandidat für die “Mauer des Schweigens”: http://www.informationsfreiheit.at/2015/09/24/mauer-des-schweigens-2015-amtsgeheimnis-award-geht-in-die-zweite-runde/

    • Alexander Surowiec

      25. November 2016 at 19:08

      Vielen Dank für den Link. Ja, in der Tat! Vor allem die Größenordnung, sprich die Höhe der Gebühr wäre aus meiner Sicht interessant.

  2. WoBre

    26. November 2016 at 0:18

    Das ist ja wie in der Wiener Stadtregierung….. verheiratet, verschwägert, befreundet, geschieden etc……

    • Alexander Surowiec

      26. November 2016 at 4:29

      Die Phase von geschieden ist an diesem Beispiel wohl nicht absehbar. Aber man darf heutzutage nichts ausschließen.

      • beppogrillo

        4. November 2017 at 18:35

        Phase “geschieden” an diesem Beispiel nicht, aber ein kreativer Denkanstoß:
        fürs Alimente zahlen, gemeinsam noch einen lukrativen Verein gründen, mit an Anwalt, der was kann halt.

  3. Silvia S.

    10. Dezember 2016 at 23:38

    26 Jahre am Spittelberg,30 Jahre vor dem Rathaus,die Packelei nimmt kein Ende.Der Verein der sich verantwortlich zeichnet seit 2005 vor dem Rathaus ist wohl an Eigennutz nicht mehr zu überbieten.
    http://WWW.Profil.at,ganz aktuell wird darüber berichtet.

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Razzia beim Ibiza-Detektiv und seinem “Tontechniker”

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Razzia beim Ibiza-Detektiv
Oleksiy Shuman - Ibiza Sujetbild - pixabay

Über die Hausdurchsuchungen im November des vergangenen Jahres rund um die Hintermänner und Drahtzieher des Ibiza-Videos hat Fass ohne Boden bereits berichtet (Siehe Ibiza-Netzwerk: Hausdurchsuchungen, Festnahmen und neue Hintergründe und Ibiza-Hintermann: Kripo fand Kokain, abgesägte Schrotflinte und Cash).

Nun veröffentlicht Fass ohne Boden gemeinsam mit oe24.at neue Dokumente und neue Erkenntnisse der Soko-Tape. Die Sonderkommission hat Ermittlungen in der Causa “Ibiza-Video” im vergangenen Jahr aufgenommen. Gleich vorweg: Bei den Unterlagen handelt es sich um Auszüge aus dem Verschlussakt. Für die Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Zwei weitere Ibiza-Hausdurchsuchungen

Zwei weitere Hausdurchsuchungen fanden im November 2019 statt: neben dem Ibiza-Detektiv hat die Soko-Tape auch die Wohnung des vermeintlichen Tontechnikers durchsucht, der nach eigenen Angaben “bei der Nachvertonung eines Tonmitschnitts helfen sollte.”

Im Detail: Am 19. November um 06.00 Uhr wurde “aufgrund richterlicher Bewilligung und staatsanwaltlicher Anordnung” eine Hausdurchsuchung und Sicherstellungsanordnung in der Wohnung des Ibiza-Detektivs im 22. Bezirk durchgeführt.

Unter anderem fand die Soko-Tape diese Utensilien in der Wohnung des Ibiza-Detektivs:

"Ilove-Ibiza" als Utensilie bei der Hausdurchsuchung in der Wohnung des Ibiza-Detektiv - Fass ohne Boden
“I love Ibiza” als Utensilie bei der Hausdurchsuchung in der Wohnung des Ibiza-Detektivs – Fass ohne Boden

Die Razzia beim Ibiza-Detektiv

Und ja, die Dokumente zeugen von höchster Brisanz.

  • Einen Beleg konnten die Ermittler der Soko-Tape sicherstellen, die belegen, dass der Ibiza-Drahtzieher einen Alias mit dem Namen Alexander Surkov” verwendet hat. Dies wurde aber noch im Sommer des vergangenen Jahres vom Anwalt des Sicherheitsberaters negiert.
  • Darüber hinaus wurde ein formelles Schreiben des Zolls in der Wohnung gefunden. Der ermittelnde Zollbeamte aus Graz wollte tatsächlich in der Causa “Mezzo” den als verdeckt eingesetzten Ermittler mit dem Alias “Thaler” zu einer Zeugenvernehmung laden.
  • Eine weitere Visitenkarte vom Sicherheitschef des Tabakkonzerns in der Causa “Mezzo“. Dies belegt zumindest ein Treffen vom leitenden Sicherheitsverantwortlichen des Tabakkonzerns mit dem Ibiza-Detektiv.
  • Besonders skurriler Fund: Ein Utensil mit der Aufschrift “I love Ibiza”. Nostalgie oder gar Schadenfreude?

Doch was wollten die Ermittler eigentlich in der Wohnung des Ibiza-Detektivs auffinden? Laut einer Sachverhaltsdarstellung, die eingebracht wurde, ging es laut dem Tippgeber um einen PC und um das eigentliche Ibiza-Video als Back-Up.

In Sachen Laptop oder PC gingen die Ermittler leer aus. Genau das beschreiben Ermittler im Amtsvermerk zu der Hausdurchsuchung: “Angemerkt wird, dass auf dem Schreibtisch offensichtlich ein PC stand und dieser abgebaut wurde.”

Aber auch das Kellerabteil des Ibiza-Detektivs wurde von den Ermittlern durchsucht. Dem Amtsvermerk vom 19. November 2019 ist diesbezüglich zu vernehmen: “Auffällig in diesem Zusammenhang war, dass insgesamt 10 Kellerabteile vorhanden sind und in allen, bis auf jenes Angeführte, mit eher wertvollen Gegenständen, angeräumt waren.” Auf Deutsch: Das Kellerabteil war leer. Nur wie konnte das sein? Daher stellt sich eine berechtigte Frage: Hat der Ibiza-Detektiv rechtzeitig einen Tipp bekommen? Warum wurde erst nach einem halben Jahr die Wohnung durchsucht?

Wenige Tage später sollten die Ermittler aber einen Durchbruch erzielen…

Die Razzia beim “Tontechniker”

Wenige Tage später, am 25. November 2019, folgte der nächste Schlag der “Soko-Tape”. Eine Wohnung im 7. Bezirk wurde von den Ermittlern durchsucht. Dort fand man jene Dokumente, hinter denen die Kriminalbeamten schon vermutlich länger her sind.

Mehrere Ordner des Sicherheitsunternehmens vom Ibiza-Detektiv konnten die Ermittler sicherstellen. Im Detail fanden sie einen Ordner mit Verträgen für Leihautos, den Ordner für das Finanzamt, die Arbeitsverträge mit der Abkürzung “KV” und den Ordner “3”, vermutlich Dritte, sprich Verträge mit externen Partner. In Summe konnten die Ermittler 25 Gegenstände sicherstellen. Besondere Sprengkraft dürfte der Stand-PC haben, den man ebenfalls sicherstellen konnte. Aber auch mehrere Festplatten, USB-Sticks, Mobiltelefone, CD’s, einen slowenischen Personalausweis sowie einen Führerschein einer unbekannten weiblichen Person konnten die Ermittler sicherstellen.

IT-Techniker als “Tontechniker” bei der Einvernahme

Im Zuge der Einvernahme des Tontechnikers wollten die Beamten wissen, warum dieser überhaupt diverse Dokumente und technische Utensilien des Ibiza-Detektivs in seinem Besitz hatte.

Dieser sagte gegenüber der Kripo wie folgt aus: “Gegen Anfang 2019 hat mir [Ibiza-Detektiv] einen silbernen Koffer, sowie drei Aktenordner, mit der Bitte übergeben, sie für ihn ca. 2-3 Wochen aufzubewahren. […] Er hat mich davon in Kenntnis gesetzt, dass es sich beim Inhalt des Koffers um elektronische Geräte handeln würde und ich diesen Koffer nicht im Keller aufbewahren möge, um etwaigem Schaden vorzubeugen.” Ob es sich um eine Schutzbehauptung oder um die Wahrheit handelt, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht verifiziert werden.

Auf die Frage, ob “der Tontechniker” die Ausweise der Polizei nicht hätte übergeben müssen, gab der Tontechniker an: “Auch möchte ich anführen, dass ich diese Frau, welche auf den beiden Dokumenten abgebildet ist, noch nie in meinem Leben gesehen habe, ich kenne sie nicht.”

Daher stellt sich die Frage zu dem mutmaßlich slowenischen Personalausweis einer unbekannten Frau: Warum ist dieser Ausweis bei den Unterlagen des Ibiza-Detektivs bzw. warum hat er die Ausweise an den Tontechniker weitergegeben?

Slowenischer Personalausweis einer unbekannten Frau – Fass aus Boden

Mittlerweile hat der “Tontechniker” die “Freundschaft” zum Ibiza-Detektiv “gekündigt”.

Die Umstände werfen einige Fragen auf: Warum sind zwei Ausweise beim Tontechniker über mindestens neun Monate aufgelegen? Warum wurden die Gegenstände nicht nach drei Wochen zurückgegeben? Hat die Frau ihre Dokumente nicht vermisst? Oder gibt es gar andere Gründe?

In Summe erscheint dies alles äußerst suspekt. Auf jeden Fall war die zweite Hausdurchsuchung, sprich beim Tontechniker, ein voller Erfolg für die Soko-Tape. Nun heißt es sich zu gedulden. Man darf auf die Auswertung der Forensik gespannt sein.

Fass ohne Boden bleibt selbstverständlich an der Ibiza-Causa dran.

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Aviso: Weitere Ibiza-Hausdurchsuchungen

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Razzia beim Ibiza-Detektiv
Sujetbild Ibiza - Oleksiy Shuman - pixabay

Über die Hausdurchsuchungen im November des vergangenen Jahres rund um die Hintermänner und Drahtzieher des Ibiza-Videos hat Fass ohne Boden bereits berichtet (Siehe Ibiza-Netzwerk: Hausdurchsuchungen, Festnahmen und neue Hintergründe und Ibiza-Hintermann: Kripo fand Kokain, abgesägte Schrotflinte und Cash). Nun sind weitere Dokumente zum Erkenntnisstand rund um die Ermittlungen in der Causa Ibiza-Video der Redaktion zugespielt worden.

Weitere Ibiza-Hausdurchsuchungen

Zwei weitere Hausdurchsuchungen fanden im November 2019 statt.

Und ja, das Material ist heiß:

Unter anderem fand die Soko-Tape dieses Utensil

Gemeinsam mit oe24.at veröffentlichen wir am Dienstag, 14.01.2020 das exklusive Material der zwei Hausdurchsuchungen und die neuen Erkenntnisse der Soko-Tape (= Soko-Ibiza).

Foto: Sujetbild Ibiza – Oleksiy Shuman – pixabay

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Causa Kappel: Hintergründe zum 150 Millionen Deal

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Causa Kappel - Neue Hintergründe zum acht Millionen Deal - polack - Adobe Stock Foto

Erst gestern publizierte derstandard.at (Andreas Schnauder) weitere Details in der Causa Barbara Kappel, der ehemaligen EU-Abgeordneten (FPÖ). Die blaue “Wirtschaftswunderwaffe” outete sich selbst als Geldbotin. Dabei soll sie von einem bulgarischen Geschäftsmann 75.000 Euro erhalten haben und das Geld angeblich einem mittlerweile verstorbenen blauen Nationalrat übergeben haben. Dieser war aber aus gesundheitlichen Gründen seit 2017 politisch nicht mehr aktiv. Die FPÖ, aber auch Heinz-Christian Strache, bestreiten vehement eine Involvierung und den Erhalt einer Spende.

150 Millionen Deal für bulgarischen Pensionsfonds

Aus einem Chat geht hervor, dass die FPÖ-Frau den bulgarischen Geschäftsmann unterstützt haben soll: “Es war für die VIG, in der Angelegenheit Pensionskasse.” Die wesentliche Passage aus dem Schnauder-Artikel möchten wir an dieser Stelle zitieren und um weitere Details aus einer “Fass ohne Boden”-Enthüllung ergänzen:

“S. war für eine Investorengruppe aktiv, die 2013 einen bulgarischen Pensionsfonds der Vienna Insurance Group (VIG) kaufen wollte. Geldgeber im Hintergrund war der russische Banker S. M. , der gut 150 Millionen für die größte private Pensionskasse namens Doverie hinblättern wollte. Mit der VIG war er schon handelseins, doch die Finanzaufsichtsbehörde in Sofia hatte Zweifel an der Seriosität des Investors.”

Andreas Schnauder, derstandard.at

Die Zweifel der bulgarischen Finanzaufsichtsbehörde „Financial Supervision Commission“ (= FSC) können wie folgt belegen werden:

Bereits im Jahr der versuchten Übernahme, sprich 2013, äußerte sich der damalige Chef der bulgarischen Finanzaufsicht Stoyan Mavrodiev in einem Interview zum Kauf sehr kritisch: „Wir werden keine Kompromisse bei der Qualität des Investors machen, wir werden uns ganz genau die Einkommensquellen von United Capital anschauen, die Legitimität ihrer Fonds, ihre Erfahrung und die tatsächliche Eigentümerstruktur. Es könnte für das gesamte Finanzsystem hier gefährlich sein, wenn wir ein Verkaufsgeschäft genehmigen, ohne zu wissen, wer wirklich der Eigentümer dieses Unternehmens ist.“

Damit eine Übernahme des bulgarischen Pensionsfonds überhaupt möglich gewesen wäre, wurde vertraglich festgelegt, dass acht Millionen Euro als “Deposit” bei der VIG hinterlegt werden. Das Geld stammte vermutlich vom russischen Investor. Der hohe Geldbetrag sollte als Garantie für eine Kaufabsicht der britischen Briefkastenfirma stehen. Und genau um diese Überweisung begann einige Jahre später ein Streit, der 2016 seinen Höhepunkt erlangen sollte. Scheinbar soll Barbara Kappel versucht haben, dem bulgarischen Geschäftsmann im Hintergrund zu helfen.

Dokumente aus dem Nachlass von Philipp Buchner

Genaue Hintergründe um die acht Millionen Euro sowie weitere brisante Details hat “Fass ohne Boden” bereits am 10. November in der Enthüllung “Russische Investoren, bulgarische Geschäftsmänner und Phillipp Buchner” veröffentlicht. Die Dokumente, die Fass ohne Boden zugespielt wurden, haben aber einen sehr traurigen Hintergrund. Ermöglich wurde die Einsicht erst durch den “dubiosen Tod” von Philipp Buchner. Buchner fungierte als Berater und persönlicher Assistent des „bulgarischen Geschäftsmanns“. Ein Informant wandte sich wenige Tage nach seinem Tod an die “Fass ohne Boden Redaktion”. Die Botschaft des Informanten ist eindeutig:

Philipp sagte mir, falls ihm was passieren sollte, sollen die Dokumente zur politischen Verwertung übergeben und an die Medien gespielt werden.

EIN INFORMANT ÜBER DIE DOKUMENTE VON PHILIPP BUCHNER

Warum es zu keinem Deal kam, erörterte 2016 die bulgarische Finanzaufsichtsbehörde gegenüber dem Anwalt des bulgarischen Geschäftsmanns. Das Unternehmen, welches den bulgarischen Pensionsfonds kaufen wollte, hieß „United Capital PLC“. Bei „United Capital PLC“ handelt es sich um eine mittlerweile aufgelöste Briefkastenfirma mit Sitz in London (Company No. 06254627). 2013 wollte das Unternehmen die Mehrheitsanteile (92.58%) am bulgarischen Pensionsfonds „Doverie“ erwerben.

Offene Fragen

Seltsam erscheint der Zeitpunkt, der Bezug in dem Chatprotokoll und die Rolle von Barbara Kappel: “Es war für die VIG, in der Angelegenheit Pensionskasse.” In welchem Jahr die ehemalige EU-Abgeordnete versucht hat, ein gutes Wort einzulegen, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht belegt werden.

Darüber hinaus erscheint es nach wie vor seltsam, warum die Briefkastenfirma überhaupt Ambitionen hatte, den Pensionsfonds zu kaufen. Die getätigte Anzahlung von acht Millionen Euro ist per se nicht ungewöhnlich, jedoch dürfte man mit einem Veto der bulgarischen Behörde nicht gerechnet haben. Selbst aus dem Umfeld des bulgarischen Geschäftsmanns wurde gegenüber der “Fass ohne Boden”-Redaktion bestätigt, dass das “Deposit”, sprich das hinterlegte Geld von acht Millionen Euro, wieder zu bekommen sehr schwierig gewesen wäre. Schließlich wurde ein Vertrag unterschrieben.

Eine andere Auffassung vertrat aber der damalige beauftragte Anwalt vom bulgarischen Geschäftsmann. Wie aus den geleakten Unterlagen hervor geht, wollte der prominente Staranwalt einen Rechtsstreit beginnen. Zu einer Klage ist es aber laut Unterlagen nicht gekommen. Dies bestätigte auch der Pressesprecher der VIG gegenüber Fass ohne Boden.

Die Causa dürfte mittlerweile verstärkt in Bulgarien und vor allem in Russland für Aufsehen sorgen. In den letzten 48 Stunden ist die Zahl von Aufrufen mit russischen und bulgarischen IP-Adressen auf diverse “Fass ohne Boden”-Enthüllungen überproportional gestiegen. Besonders im Umfeld des russischen Bankers gibt es anscheinend großes Interesse, nähere Informationen zu erhalten.

Weitere Dokumente in dieser Causa können hier eingesehen werden.

Foto: polack – Adobe Stock Foto

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