Connect with us

Obolus

SWV Sonntagsbrunch am Naschmarkt

Published

on

SWV Weihnachtsbrunch
SWV Weihnachtsbrunch

SWV Weihnachtsbrunch im Lokal „Orient & Occident“ von Akan Keskin – Foto: Fred Stampach | Fass ohne Boden

SWV Weihnachtsbrunch am Sonntag

Am gestrigen Sonntag versammelte sich das „Who is Who“ des SWV Wien im Lokal „Orient & Occident“ (Keskin OG) von Akan Keskin. Der Gastronom dürfte so manchem Leser bekannt sein, da er erst vor wenigen Tagen im Profil mit der Story „Wiener Christkindlmarkt: Hinter Millionengeschäft steht ein verschwiegener Verein.“ (Profil.at) für Schlagzeilen gesorgt hat. Dass die politische Veranstaltung am Sonntag abgehalten wurde, dürfte als ein politisches Signal für die Liberalisierung der Öffnungszeiten am Sonntag zu verstehen sein. Von einem Kurswechsel könnte man ebenfalls sprechen, wenn man sich die Standpunkte zur Sonntagsöffnungsfrage des SWV Wien näher ansieht.

Sonntagsöffnung als politisches Tabu?

So erläuterte Kommerzialrat Keskin im Sommer 2014 (APA OTS), „[…] dass der überwiegende Großteil der befragten Händlerinnen und Händler klar gegen die Sonntagsöffnung ist”. Fragwürdig daher, warum dieser am Sonntag selbst sein Lokal öffnet, wenn die unmittelbaren Händler am Naschmarkt nicht aufsperren dürfen. Aber auch Fritz (Friedrich) Strobl, Obmann des SWV Wien, war noch im letzten Jahr entschieden gegen eine Öffnung am Sonntag: “Keine Unternehmerin und kein Unternehmer möchte und kann sieben Tage die Woche in seinem Geschäft stehen. […] Es braucht einen Tag, an dem Zeit für Familie, Freunde und Freizeitaktivitäten da ist.” (APA OTS).
Stellt sich daher erneut die Frage, warum ein “Miteinander” in einem Lokal, dass eigentlich am Sonntag geschlossen hat, für die politische Weihnachtsfeier ausgesucht wurde. So ist der Einladung zu entnehmen, dass man abseits “aller Sitzungen” bei “einem feinem Essen, Keksen und Punsch” einkehren möchte, um sich für das “Engagement in diesem zu Jahr zu bedanken.”

SWV Einladung zum Weihnachtsbrunch

SWV Einladung zum Weihnachtsbrunch

SWV Obmann Strobl, der seit 1996 Wiener Landtagsabgeordneter & Gemeinderat (SPÖ Wien) und das Amt des Vizepräsidenten bei der Wiener Wirtschaftskammer bekleidet, war aufgrund einer gesundheitlichen Erkrankung dem Weihnachtsbrunch ferngeblieben. Die Wiener SPÖ-Landtagsabgeordnete und SWV Wien Geschäftsführerin, Katharina Schinner, war zwar laut der Presseabteilung an einem Gespräch mit Fass ohne Boden interessiert, zu einem Rückruf ist es aber nicht gekommen. Der SWV Pressesprecher betonte, dass es sich um eine “Privatfeier” gehandelt hat. Auf die Frage, ob es sich um eine “politische Privatfeier” gehandelt hat, konnte von der SWV Presseabteilung keine Auskunft gegeben werden.

Sonntagsmarkt – Nicht am Grund der Kirche

„Sonntag wäre der ideale Tage für einen Markt.“

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Laut einem Gastronomen am Naschmarkt würden sehr viele Wirte und Standbetreiber am Sonntag offen haben: „Sonntag wäre der ideale Tag für einen Markt.“ Der Gastronom erörtert, dass vor allem die Händler am Naschmarkt einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem kommerziellen Handel hätten. Dies geht aber nicht: „Der Boden, sprich der Grund, gehört der Kirche. Und die sagen, man darf am Sonntag nicht arbeiten.“
Daher dürfen die Gastronomen und Händler ausnahmslos am Sonntag und an Feiertagen nicht aufsperren. Lediglich mit einer Sondergenehmigung könne man am Sonntag sein Lokal aufsperren, beispielsweise für eine Geburtstagsfeier. „Für eine andere Feier bräuchte man ein politisches Netzwerk.“ so der Gastronom abschließend.

SWV Weihnachtsgeschenk - SWV Logo sucht man vergeblich

SWV Weihnachtsgeschenk – SWV Logo sucht man vergeblich

Und genau hier setzt das Motto von Akan Keskin: „Akan ist für alle da“.

MA 59 – Hüter der Öffnungszeiten mit Ausnahmen

Die Öffnungszeiten am Wiener Naschmarkt sind streng reglementiert. So darf der Handel von Montag bis Freitag, 6 bis 19.30 Uhr und am Samstag von 6 bis 18 Uhr offen haben. Für die Gastronomie gilt eine Öffnungszeit von Montag bis Samstag von 6 bis 23 Uhr. Am Sonntag ist der Markt aber geschlossen.
Auf die Frage, ob am Sonntag öfters Lokale offen haben, heißt es aus dem Magistratsamt 59 (MA 59), dass „dies selten vorkommt, aber da gibt’s ka Vorschrift. Die Marktaufsicht, sprich mein Kollege, muss dies schon wissen, dann ist das schon ok.“ Eine derartige Zustimmung müsse lediglich mündlich bekannt sein.
Eine gesetzliche Regelung für die Anzahl an Ausnahmefeiern pro Jahr, gibt es ebenfalls nicht. So hält die Referentin der MA 59 fest: „Eine private Feier, ob Geburtsfeier, Namenstagsfeier oder politische Feier, wäre auch egal.“
Selbstverständlich trifft es sich gut, dass Keskin selbst Obmann des Landesgremiums für Markt-, Straßen- und Wanderhandel der Wiener Wirtschaftskammer ist und mit der Magistratsabteilung 59 im engsten Kontakt steht.

 

Click to comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Obolus

Verlässt Steinberger-Kern den Aufsichtsrat der Energie Burgenland?

Published

on

energy-hero / pixabay

Jedoch nicht ganz freiwillig? Eveline Steinberger-Kern war schon wieder innovativ und gründete ein Start-Up namens “Energy Hero”. Wieder im Bereich Energie, wieder an der selben Adresse wie ihre “Blue Minds Group”. Was aber jetzt gar nicht mehr zusammengepasst hat, ist ihr Sitz im Aufsichtsrat der Energie Burgenland AG. “Energy Hero” ist ein Portal der “Digital Hero GmbH“, auf dem man nicht nur einfach seinen Stromanbieter wechseln kann, sondern, nachdem man sich mit einer jährlichen Abonnementgebühr von mindestens 24 Euro pro Jahr an “Energy Hero” bindet, wechselt das Portal selbstständig, sobald vertraglich möglich, zum günstigsten Energieanbieter.

Stecker gezogen

Die Energie Burgenland AG sieht hier einen möglichen Interessenkonflikt von Steinberger-Kerns Energiehelden und ihrem Job im Aufsichtsrat. Für die Energie Burgenland erklärt dazu Aufsichtsratsvorsitzender Hans Peter Rucker:

„Wir schätzen die Fachkompetenz von Frau Eveline Steinberger- Kern, die sich auch immer sehr aktiv einbringt, sehr. Angesichts ihrer neuen Tätigkeit werden wir gemeinsam mit ihr diskutieren ob eine weitere Funktion im Aufsichtsrat sinnvoll ist. Wir orientieren uns klar an den Regeln des bestehenden Corporate Governance Kodex, die natürlich auch in diesem Fall gelten.“ (BVZ)

Die Betriebsamkeit von Steinberger-Kern auf dem Strommarkt ist um ein Unternehmen reicher. Die Zukunftsaussichten sind gut. Nachdem sie mit ihrer “Blue Minds Group” die Software für die neuen Stromzähler (Smartmeter) gelauncht hat, die ab März im Auftrag der Wien Energie unaufgefordert in jedem Wiener Haushalt gegen die alten, analogen Zähler, ausgetauscht werden, betreibt sie nun ein Portal, in dem man die individuelle Verantwortung über das eigene Haushaltsbudget gegen Jahresentgelt abgibt. Smartmeter können die Verbrauchsgewohnheiten der Strombezieher viertelstündlich analysieren. Der Energieanbieter kann herauslesen, wann jemand Wäsche wäscht, fernsieht, schlafen geht oder das Haus verlässt. Jetzt wirbt Steinberger-Kern dafür, auch noch an das Schwesterunternehmen die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit über den persönlichen Energievertrag aus der Hand zu geben.

Continue Reading

Obolus

SPÖ Wien wählt ‘ihren’ neuen Bürgermeister

Published

on

Die Kandidaten der Häupl-Nachfolge

Bürgermeister Michael Häupl geht definitiv. Wer sein Nachfolger wird, macht sich die stärkste Fraktion im Rathaus unter sich aus. Zur Wahl stehen zwei Genossen, die in zwei ‘Hearings’, also An-, bzw. Zuhörungen, 943 rote Parteidelegierte davon überzeugen können, wer denn nun der bessere Meister aller Bürger sein werde.

An zwei Tagen im Jänner wird, unter Ausschluss von Medien und ungeladenen Zuhörern, im Odeon-Theater in der Leopoldstadt, für die Geschichte der Stadt ein weiteres Bürgermeisterkapitel geschrieben. Innerhalb der Partei fallen bereits Begriffe rund um “Kampf” in vielerlei Varianten. Das wirklich dumme am Kampf ist immer, dass danach Opfer zu beklagen sind. Mitunter, oder aber hauptsächlich, Unbeteiligte. Vor allem bleibt mit Sicherheit zumindest ein Verlierer zurück und der Sieger darf dann aufräumen. Wie das “Duell um den Wiener Bürgermeister” ausgehen wird, entscheidet diesmal die regierende Partei, nicht die wahlberechtigten Bürger der Stadt – die ist diesmal nur Arena.

Alle Bürgermeister Wiens seit 1945

Alle Bürgermeister Wiens seit 1945, Grafik: Fass ohne Boden

Die Kandidaten

Auf der Homepage der SPÖ Wien sind Informationen von und über Michael Ludwig und Andreas Schieder online: “Damit die Delegierten, die Parteimitglieder aber auch die Öffentlichkeit ein Bild von den Personen und Positionen bekommen.” Feinsinnige und sensible Kommunikatoren entdecken in dieser Überschrift der SPÖ-Seite ein ‘aber auch’, was die einleitende Überschrift ‘SPÖ Wien wählt’ abrundet.

In den Informationen zu den beiden Kandidaten dürfen sie in einem Wordrap zu belanglosen Dingen Stellung nehmen. So zum Beispiel, was sie als erstes nach dem Aufstehen machen, oder mit welcher Person sie ‘…gerne auf einen Kaffee gehen würden’. Doch gleich anschließend nehmen sie ausführlich zu vorgelgten Fragen Stellung. Und die erste Frage ist nicht jene “Welche Schwerpunkte möchtest du für die Stadt verwirklichen?” oder “Wieviel Schmäh braucht ein Bürgermeister von Wien?”, sondern “Wie siehst du die Rolle der SPÖ Wien gegenüber Schwarz-Blau im Bund?”.

Mit der einleitenden Überschrift (siehe oben) und dem bereits erwähnten ‘aber auch’, wären ernsthaftere Sorgen um das Selbstbewusstsein der Wiener SPÖ unbegründet, auch wenn die Sehschärfe für alles Andere außer Parteiinteressen, zunehmend zu trüben scheint. Was aber nicht unbegründet ist, denn die SPÖ ist alles andere, als eine, sich im Schaum der ungetrübten Einigkeit badende, Partei.

Der Spätentschlossene

Erst Mitte November bekannte sich Andreas Schieder zur Absicht, ebenso Bürgermeister sein zu wollen. Der geborene Politiker, Sohn des SPÖ-Urgesteins Peter Schieder, Lebensgefährte von Stadträtin Sonja Wehsely, ist derzeit Abgeordneter im Nationalrat. Dort würde sich die Fraktion sehr über Schieders Quereinstieg ins Rathaus freuen – besondern Christian Matznetter, der damit fix in den Nationalrat nachrücken könnte. Im Parlament ist die SPÖ ebenso uneinig, wie im Rathaus. Kern unterstützt offiziell Schieder, so wie der Wiener Landtagspräsident (und Floridsdorfer) Harry Kopietz. Finanzstadträtin Renate Brauner, Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger und Staatssekräterin Muna Duzdar stehen hinter Schieder, weil sie daran glauben, dass nur er die Partei wieder einen kann, während sie damit von der breiten Basis der stärksten Bezirke wegrücken und den Keil noch tiefer in die Partei treiben. Mit dem, zur Bürgermeisternachfolge kandidierendem Späteinsteiger Andreas Schieder, kam noch eine weitere Richtung für die an vielen Strängen ziehenden Genossinnen und Genossen hinzu.

Der Harmonische

Michael Ludwig versprach und verspricht die Partei wieder zu einen. Er, der g’standene Floridsdorfer, Selfmadepolitiker mit HAK-Matura, einem Doktor phil. und praktischer Berufserfahrung, schart seine Anhänger in den einwohner- und stimmenstärksten Bezirken um sich. Unter anderem stehen Floridsdorf, Donaustadt und Favoriten geschlossen hinter ihm. Ebenso einige innere Bezirke, wie Wieden und Margareten stehen ihm näher. Er will die Partei breit aufstellen, einigen und kann mit links/rechts Tendenzen nichts anfangen. Er wünscht sich Harmonie. Ludwig, der Ex-Bundeskanzler Werner Faymanns Position als Wohnbaustadtrat erbte, kann auch auf die Liesing-Connection zählen und hat damit die Unterstützung von u.a. Doris Bures, aber auch von AK-Präsident Kaske.

Noch-Bürgermeister Michael Häupl hält sich mit einer Empfehlung zurück. Die derzeitig ohnehin in mindestens drei Lager gespaltene Wien-SPÖ (Ludwig-Schieder-egal) könnte eine Tendenz Häupls wahrscheinlich nicht verkraften und würde einen Spaltprozess nur beschleunigen, der unübersehbar bereits begonnen hat. Unübersehbar ist, dass die Bundespartei überproportionales Interesse hat, “ihren” Kandidaten in der letzten SPÖ-Hochburg zu platzieren – und das Gespenst, vor dessen Flucht mit jedem unbedachtem Schritt weiteres Glas zu Bruch geht, heißt Türkis-Blau. So wie es beide Kandidaten als ihre größte Sorge im Word-Rap auf der SPÖ-Homepage offenbaren.

Das sind die Kandidaten

Michael Ludwig

Michael Ludwig

Michael Ludwig, Foto: SPÖ Wien

Geboren am 3. April 1961 in Wien Floridsdorf

AHS
Handelsakademie (Matura)
Studium der Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Wien (Dr. phil.)

  • 1991-2007 Landesstellenleiter des Dr. Karl-Renner-Instituts Wien
  • 1986-1991 Pädagogischer Leiter der Volkshochschule Wien-Nord
  • 1984-1986 Kurs- und Projektleiter in der Erwachsenenbildung
  • seit Jänner 2007 Amtsführender Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung in Wien
  • Vizebürgermeister und Landeshauptmann-Stellvertreter von Wien (2009-2010)
  • Präsident des wohnfonds_wiens
  • Vizepräsident der Wiener Wirtschaftsagentur
  • Vorsitzender des Aufsichtsrats des Verbandes der Wiener Volkshochschulen
  • Vorsitzender des Vorstandes österreichischer Volkshochschulen
  • Vorsitzender des Kreisky-Archivs
  • Vorsitzender der SPÖ Floridsdorf
  • Stellvertretender Vorsitzender der Wiener SPÖ
  • Mitglied des Bundesparteivorstandes der SPÖ
  • SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender
  • Mitglied des Bundesvorstandes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en

Andreas Schieder

Andreas Schieder, Foto: SPÖ Wien

Andreas Schieder, Foto: SPÖ Wien

Geb. am 16. April 1969 in Wien Penzing

Lebensgemeinschaft
ein erwachsener Sohn

Studium der Volkswirtschaft an der Universität Wien (Mag. rer. soc. oec.) 1990-2002
Zivildienst 1990-1991
Bundesrealgymnasium und Bundesoberstufenrealgymnasium Wien 1979-1988
Volksschule Wien 1975-1979

  • Internationaler Sekretär, SPÖ 2007-2008
  • Wirtschaftspolitische Abteilung, Arbeiterkammer Wien 2002-2007
  • Elternkarenz 1995-1996
  • Internationaler Sekretär, Sozialistische Jugend Österreich 1992-1996
  • Stv. Bundesparteivorsitzender seit 2016
  • Mitglied im Bundesparteivorstand seit 2014
  • Klubobmann der SPÖ-Parlamentsfraktion 2013-2017,
  • Geschäftsführender Klubobmann seit 11/2017
  • Abgeordneter zum Nationalrat 2006-2008 und seit 2013
  • Staatssekretär im Bundeskanzleramt und im Finanzministerium 2008-2013
  • Mitglied im Landesparteivorstand Wien seit 2005
  • Bezirksparteivorsitzender der SPÖ Penzing seit 2002
  • Gemeinderat und Landtagsabgeordneter 1997-2006, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr & Stadtentwicklung
  • Bezirksrat in Penzing 1996–1997

Das SPÖ-Parteigremium

… und die Anzahl der Deligierten, welches das “Duell um den Bürgermeister”, entscheiden werden:

Parteigremium der SPÖ

Parteigremium der SPÖ, Grafik Fass ohne Boden

Continue Reading

Obolus

Subventionen: Alle Jahre wieder – schöne Bescherung für Wiener Vereine

Published

on

Schöne Bescherung für Wiener Vereine

Es ist kein Déjà vu. Es ist auch nicht das täglich grüßende Murmeltier. Wir sind nicht in Punxsutawney, sondern im Wiener Rathaus. Es ist Dezember 2017 und morgen ist sicher ein anderer Tag. Und doch wiederholt sich alles (siehe auch 245 Millionen: Subventionsbericht 2015 der Stadt Wien). Es ist wie im Vorjahr, in dem es so war wie ein Jahr zuvor und so weiter. Es ist Gemeinderatssitzung und es kommt zu den Abstimmungen über Subventionen und Förderung von Institutionen, gemeindeeigenen Unternehmen und eine Vielzahl an Vereinen. Und so, wie es schon immer gewesen schien, sorgten auch an diesem Freitag den Fünfzehnten die zur Abstimmung vorgelegten Anträge für heftige Diskussionen.

Subventionen der Stadt Wien

Gemeinderätin Angela Schütz (FPÖ) intonierte einen Aspekt, dem den Rest des Tages jedoch kaum Beachtung geschenkt wurde:

“Die Subventionsliste zeigt, dass die Stadt ein unerschöpfliches Füllhorn an Mitteln hat, mit denen sie ihre Klientel versorgt.“

Fass ohne Boden berichtete bereits 2016 über die Förderung des Vereins Back Bone, der in diesem Jahr, ungeachtet der vielseitigen Kritik, wieder eine Förderung erhielt. Gegen die Stimmen der anderen Fraktionen kann sich der Verein “Back Bone“, deren stellvertretende Obfrau Tanja Wehsely (SPÖ) ist, über eine Summe von 512.400 Euro freuen. Doch das ist nicht die Ausnahme, oder der, medial strapazierte, Einzelfall. Es ist durchgängiger Usus, dass in Wiener Vereinen, die eine Förderung bei den Magistratsabteilungen der Gemeinde Wien beantragen, politische Vertreter in unterschiedlichen Funktionen im Vereinsregister eingetragen sind. In ungleichem Größenverhältnis zu anderen Parteien aus der SPÖ, und auch gleichzeitig in mehreren Vereinen.

Politisches Ungleichgewicht in vielen geförderten Vereinen

So ist der SPÖ-Landtagsabgeordnete Petr Baxant (SPÖ) gleich in vier Vereinen präsent, die insgesamt 7,691.750 Euro an Förderungen bzw. Subventionen erhalten. Unter anderem die marginale Summe von 30.000 Euro für den Wiener Basketball Verband – dessen Vize-Präsident er ist. Der Verein “Wiener Volksliedwerk” erhielt beispielsweise 160.000 EUR Subventionen für 2018. Baxant war Schriftführer des Wiener Volksliedwerks und der Präsident heißt Christian Oxonitsch (SPÖ), der auch Vorsitzender der “Österreichischen Kinderfreunde” ist, deren Wiener Filiale eine Förderung von 859.000 Euro zugesprochen wurde.

In der Vereinsführung der “Wiener Jugendzentren” trifft man wieder auf Obfrau Tanja Wehsely, die auch bei “Rettet das Kind” stellvertretende Vorsitzende ist. In der Vereinsführung der “Wiener Jugendzentren” herrscht ausnahmsweise eine gewisse politische Ausgeglichenheit (siehe Tabelle), weniger wiederum bei “Rettet das Kind” oder “wienXtra”, wo Petr Baxant und der, in zwei vorher erwähnten Vereinen engagierte Peter Kraus (Grüne), aufeinander treffen. Diesem Verein, wienXtra, wurden 7,147.500 Euro zugestanden, ‘Rettet das Kind’ wird 1,725.000 Euro erhalten.

In Summe werden knapp 46,000.000 Euro an Vereine vergeben, in denen politische Vertreter in den Vorständen eine Funktion ausüben.

Subvention von Unternehmungen der Stadt Wien

Nicht beinhaltet sind Subventionen an Gemeindeeigene Unternehmen wie die “Schauspielhaus Wien GmbH” oder die “Tanzquartier GmbH“, die zu 100% der Stadt Wien gehören und mit 1,515.000 Euro, bzw. 2,950.000 Euro subventioniert werden.

Tabelle der geförderten Vereine

Tabelle der geförderten Vereine und deren politischen Vertreter

2018 fließen 140,000.000 Euro für diverse Vereine und Institutionen

Siehe: Tagesordnung Gemeinderatsitzung, 15.12.2017

Gemeinderat Leo Kohlbauer (FPÖ) wiederholte seine mehrfach vorgebrachte Kritik, dass Vereine Aufgaben erfüllen, die eigentlich der Magistrat leisten müsse: “Zudem habe das Vereinspersonal eine parteipolitische Nähe zur SPÖ. So sei der Geschäftsführer gleichzeitig SPÖ-Bezirkspolitiker in Döbling.” Damit meinte er den “Wiener Bildungsserver” (Subvention 688.000 Euro), dessen Vorstand ausschließlich aus SPÖ-Mandataren besteht. Warum das in vielen Vereinen auffällig ist, könnte man mit einer Kontrollfunktion argumentieren. Funktioniert aber nicht, wenn kein Mitglied einer oppositionellen Fraktion eine, zur Kontrolle ermächtigte, Vereinsfunktion inne hat.

Beachtenswert ist auch der Faktor, auf welchen inhaltlichen Wert ein Verein aufgebaut wird und wer seine Statuten dementsprechend verfasst. Von der Idee bis zur Registrierung. Auf dem Weg dahin stellt sich die Frage, warum ein Initiator einer Idee, der einen Verein zu gründen beabsichtigt, den Vereinsvorstand an jemanden abgeben sollte, der mit der Grundidee ursprünglich nicht vertraut sein kann. Doch da Vereine auf unbestimmte Zeit gegründet werden, kann es natürlich sein, dass Vorstandsmitglieder ausscheiden und ersetzt werden. Auffallend nur, dass häufig politprominent besetzte Vereine über eine vorzüglich finanzielle Ausstattung verfügen.

Wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, können nicht nur Vereinsförderungen Diskussionen auslösen. Auch Spenden an Vereine, wenn diese von Politikern entgegengenommen werden, die in dem finanziell beglückten Verein eine Funktion ausüben, führen mit höchst anzunehmender Wahrscheinlichkeit zu medialer Skandalisierung. „Nicht alles was stinkt, ist strafrechtlich relevant“, meinte Beate Meinl-Reisinger (NEOS) in einer Gemeinderatssitzung im November zur “Causa Chorherr” (Grüne), “…im Sinne der Transparenz müsste Chorherr sämtliche Spenden und Spender seines Vereines offen legen!” Dem müssten jedoch auch alle anderen Vereine nachkommen. Doch einer spezifischen Transparenz-Datenbank fehlt die Mehrheit im Gemeinderat.

Quellenangaben

  • Infodat Wien
  • ZVR
  • Compass
  • FirmenABC
  • Kompany
  • APA-OTS
  • PID
  • Webseiten der genannten Vereine

Continue Reading

Kryptowährungen Wechselkurse

BTC Rechner:

btc =

BTC Preis:

1 BTC = 6444.95000 EUR
1 BTC = 7471.15000 USD
1 BTC = 873342.5800 JPY
1 BTC = 5753.25000 GBP
1 BTC = 7749.54000 CHF
1 BTC = 84.0000000 LTC
1 BTC = 14.8500000 ETH
Daten von CryptoCompare API

Anzeige

Bitcoin Wechselkurs

Daten von CryptoCompare API

Enthüllungen

Anzeige

Anzeige

Facebook

Meistgelesen